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Biografie

Giuseppe DessìGiuseppe Dessì wurde am 7. August 1909 in Cagliari geboren. Seine Eltern hießen Dessì Fulgheri und Maria Cristina Pinna. Er wohnte während seiner Kindheit und seines Jugendalters in Villacidro.

Er war ein unruhiger und „undisziplinierter“ Junge, ein wissensdurstiger und unersättlicher Leser, wie er sich selbst definieren mochte, aber er schaffte nicht, regelmäßig in der Schule zu lernen.

In diesem Zeitraum hatte er endlich Zugang zu dem Einwandschrank mit der Buchsammlung seines Großvaters, reich an philosophischen Werken. Diese Lektüren aber beunruhigten den Jungen maßgebend.

Die Wende kam als ihm sein Vater das BuchDer Rasenden Roland von Ariosto schenkte: Dank diesem Buch entdeckte Dessì die Dichtung und er gewann seine Ausgeglichenheit zurück.

Obwohl schon spät für seines Alter, ging er dann seit 1929 in Cagliari zum Gymnasium Dettori. Hier kannte er einige Persönlichkeiten lernen, die sehr wichtig für seine zukünftige Ausbildung gewesen sind: Delio Cantimori, sein Filosofie- und Geschichtelehrer, und durch ihn Claudio Varese; und genau Cantimori war derjenige, der Dessì vorschlug, sich an der Universität von Pisa – „la Normale“ – immatrikulieren zu lassen.

Dessì fiel bei der Zulassungsprüfung durch, aber er hatte immer Kontakte mit den Universitätskreisen, so dass er viele junge Studenten kannte, die zeit seines Lebens seine Freunde gewesen sind. Während der Jahre in Pisa kannte er viele Leute des Bekanntenkreises von Cantimori: Aldo Capitini, Claudio Baglietto e Carlo Ludovico Raggianti, Claudio Varese, Cordié, Russo und Momigliano.

Bei diesem leidenschaftlichen und literarischen Vergleich mit all seinem Freunden bekam Dessì 1936 sein Universitätsgrad im Fach Literatur.

In diesem Zeitraum in der Toskana ist genau die Freundschaft mit Claudio Baglietto von viel Bedeutung: Da er Antifaschist war, entschied sich dafür, ins Exil zu gehen. Dessì ließ sich von Baglietto inspirieren und gestaltete einen von seinen wichtigsten Romanfiguren – Giacomo Scarbo –, den man in vielen Werken fast als ein Alter Ego des Autors erkennen kann.

In den nachfolgenden Jahren begann er zu unterrichten und im Oberschulamt zu arbeiten.

Wegen seiner Arbeit musste er mehrmals umziehen, dann ließ er sich hauptsächlich in Rom bis seinem Tod nieder. Dessì war nun ein „Sarde des Kontinenten“ – Italiens – aber er vergas nie, dass er zu seiner Heimatregion gehörte.

Er litt nämlich an heftigem Heimweh vor allem nach Villacidro und all das beeinflusste stark sein Kunstwerk.

1938 erschien die Sammlung La sposa in città und von da an wurde Dessì als Schriftsteller anerkannt.

Nach nur einem Jahr, 1939, erschien sein erster Roman San Silvano, „die Erzählung mit dem und für das Gedächtnis“; dank seinem Stil wurde Dessì „den sardischen Proust“ definiert.

Als Grundlage seiner ganzen Dichtung gilt einen Zusammenhang zwischen der Wirklichkeit einerseits und seinem schöpferischen Kraft andererseits aber dadurch, dass er sich immer an der Realität hält.

1942 erschien der Roman Michele Boschino, mit verschiedene Erzählungsformen: Im ersten Teil des Buches ist die Erzählung objektiv und in der dritten Person geführt; im zweiten Teil dagegen finden wir einen plötzlichen Bruch wegen des Ich-Erzählers und der Text wird subjektiver und intimer. Die Suche nach Ausgleich zwischen den beiden Formen war ein wesentliches Teil seiner Werken bis zur Niederschrift von Paese d’ombre.

In den nachfolgenden Jahren erschienen eins nach dem anderen viele Bücher.

1945: die Sammlung Racconti vecchi e nuovi.
1949 die Erzählung La storia del principe Lui.
1955 (als er nach Rom zog): I passeri.
1957: zwei Sammlungen von Erzählungen: L’isola dell’Angelo und La ballerina di carta.
1959: Introduzione alla vita di Giacomo Scarbo.
1961: Il disertore, wofür er den Premio Bagutta bekam, mit Lob der literarischen Kritik.

Außer Romanschriftsteller war er auch als Dramaturg und Essayist tätig. Seine wichtigsten Werke sind folgend.

1958: La giustizia.
1964: Eleonora d’Arborea.
1965: die dramatische Erzählung La Trincea, in dem Band Drammi e Commedie, ERI Vertrag.

Weiter im Jahre 1965 erschien Scoperta della Sardegna (in einem eleganten Band), eine Sammlung der bedeutendsten Texte von sehr bekannten Autoren, die über Sardinien geschrieben hatten.

Auch sehr wichtig ist seine Tätigkeit beim Fernsehen und der Filmkunst: 1942-1967 arbeitet er an verschiedenen Dokumentarfilmen und Fernsehprogrammen vor allem über Sardinien.

1966 erschienen das Erzählungsbuch Lei era acqua und 1972 der Roman Paese d’ombre, wofür er den Premio Strega mit volles und unerwartetes Lob bekam. Dieser Roman ist sein Meisterwerk, wo er den Ausgleich zwischen den beiden Erzählungsformen gefunden hat.

Trotz der schmerzlichen Krankheit, weswegen er seit 1964 immer im Bett bleiben musste, schrieb immer noch weiter, und genau in diesen schwierigen Jahren erschienen Paese d’ombre und 1978, nach seinem Tod, La scelta.

1988: eine Sammlung von Abhandlungen Un pezzo di luna, die Erzählungen Come un tiepido vento; und auch noch Diari und Poesie.

Giuseppe Dessì starb am 6. Juli 1977, nach einer langen Krankheit. Er wurde in seiner Heimatstadt Villacidro begraben, die ihm immer angezogen hatte.